Oktober 09, 2019 5 Minuten Lesezeit

Es ist wieder ein typischer Herbsttag. „Ich muss noch schnell das Päckchen zur Post bringen“, fällt Dir gerade spontan ein. Du schaust aus dem Fenster und beim Anblick der tanzenden Blätter kannst Du den Wind bereits jetzt deutlich spüren. Die Post ist nur ein Katzensprung von Deiner Haustür entfernt und eigentlich kann man diesen Weg bequem zu Fuß zurücklegen. „Ach, bei dem Wetter nehme ich doch lieber schnell das Auto.“ Kommt Dir diese Situation bekannt vor?

Mit jedem Kilometer, den wir mit dem Pkw zurücklegen, hinterlassen wir Spuren, die vor allem unsere Umwelt deutlich spürt. Gemessen werden diese Auswirkungen mit dem sogenannten ökologischen Fußabdruck, der in Deutschland derzeit bei durchschnittlich 5,1 gha (globale Hektar) liegt. 

Zum Vergleich: Die Cheops-Pyramide in Ägypten ist mit 5,3 Hektar nur unwesentlich größer. Wir Deutschen leben also sinnbildlich auf sehr großem Fuß und hinterlassen riesige Spuren.

Vermutlich fragst Du Dich jetzt, wie sich diese Zahl zusammensetzt, denn Deine 3-Zimmer-Wohnung am Stadtrand hat gerade einmal eine Größe von 85 Quadratmetern. Der ökologische Fußabdruck ist definitionsgemäß nicht nur der genutzte Wohnraum, sondern die Fläche, die wir für unseren gesamten Lebensstil benötigen. 

Was das bedeutet und was noch zum ökologischen Fußabdruck gehört, erfährst Du in diesem Beitrag. Außerdem, wie er sich berechnen lässt und was Du tun kannst, um Deine persönlichen Spuren zu reduzieren.

Übrigens: Um unseren Lebensstil zu kompensieren, benötigen wir heute flächenmäßig bereits mehr als eine Erdkugel.

Eine Frage der Balance – So berechnest Du den ökologischen Fußabdruck

Ökologischer Fußabdruck: Eine Frage der Balance - BonovaAuf das Gleichgewicht kommt es an – der ökologische Fußabdruck.

Ob beim Einkauf im Supermarkt, bei der Autofahrt zur Arbeit, beim Waldspaziergang und sogar beim gemütlichen Bad in der Wanne, täglich verbrauchen wir natürliche Ressourcen und produzieren Müll oder Abgase. Der ökologische Fußabdruck, der auf die Wissenschaftler Mathis Wackernagel und William Rees zurückgeht, versucht diesen Konsum flächenmäßig abzubilden. Dabei fließen folgende Faktoren in die Berechnung ein:

  • Wohnraum und Energieverbrauch
  • Konsumverhalten und Freizeitaktivitäten
  •  Ernährung
  •  Zurückgelegte Strecke und Verkehrsmittel

Eine weiterer wichtiger Faktor für die Feststellung unserer Auswirkungen auf die Umwelt, ist der sogenannte CO2-Fußabdruck. In diesem Fall wird auf die Abgase, speziell CO2, geschaut, die wir täglich produzieren. Beiden Indikatoren liegen umständliche Gleichungen zugrunde. Allerdings brauchst Du nicht in komplexe mathematische Formeln eintauchen, denn der ökologische Fußabdruck lässt sich einfach online berechnen

Übrigens: Hast Du gewusst, dass rein rechnerisch jedem von uns eine Fläche von ungefähr zwei Fußballfeldern oder 1,8 Hektar zur Verfügung steht? Und trotzdem reicht uns das noch nicht aus.

Wir verbrauchen deutlich mehr Ressourcen, als uns die Natur zur Verfügung stellen kann. Das ökologische Gleichgewicht ist aus den Fugen geraten. Daher wird es Zeit, die Balance wieder herzustellen.

Im Einklang mit der Natur – 5 Tipps, um den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern 

Ökologischer Fußabdruck: Naturbewusst leben – BOnova

Naturbewusst leben verkleinert den ökologischen Fußabdruck.

Selbstverständlich könnten wir weitere Fußballfelder besetzen, aber irgendwann wird es eng. Damit wir in einigen Jahren nicht auf einen anderen Planeten umsiedeln müssen, sollten wir versuchen das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur wieder herzustellen. Und auch Du kannst Deinen Beitrag dazu leisten. Wir haben 5 Tipps, wie Du Deinen ökologischen Fußabdruck verkleinerst:

  1. Gesund und umweltbewusst – Ernährungsumstellung
    Unser Ernährungsstil hat nicht nur Einfluss auf unsere Fitness, sondern fällt auch bei der Bemessung unseres ökologischen Fußabdrucks stark ins Gewicht. Eine Ernährungsumstellung fällt den meisten Menschen nicht leicht, kann aber zu einem wichtigen Beitrag zur Rettung des Klimas werden.

    Wenn Du weniger tierische Lebensmittel konsumierst und stattdessen häufiger in die Obstschale greifst, tust Du Deinem Körper und der Umwelt etwas Gutes. Natürlich solltest Du regionalen, saisonalen Obst- und Gemüsesorten den Vorrang geben. Wie wäre es beispielsweise mit einem Ausflug zum Wochenmarkt? Gerade der Gemüsestand bietet das ganze Jahr über reichlich Auswahl.
  1. Licht aus und Kerzen an – Energie sparen
    Kuschelst Du Dich auch so gerne mit Deiner Lieblingswolldecke auf Dein Sofa? Gerade in der kühlen Jahreszeit genießen wir die ruhigen Auszeiten vom Alltag und das gemütliche Kerzenlicht darf dabei natürlich nicht fehlen. Perfekt, denn so sparst Du gleichzeitig Energie.

    Wenn Du nicht auf das Licht Deiner Lampe verzichten möchtest, solltest Du darauf achten, möglichst Energiesparlampen oder LED-Leuchtmittel einzusetzen. So kannst Du einfach und effizient Strom sparen.
  1. Nachhaltig und Second Hand – Beim Einkauf umdenken
    Wir lieben die Shoppingtouren mit Freunden und auch gelegentliche Frusteinkäufe gehören dazu. Wenn Du dabei nicht nur die Umwelt, sondern auch Deinen Geldbeutel schonen willst, empfehlen wir Dir einen Besuch im Second Hand-Laden. Das ist voll im Trend und mit etwas Glück entdeckst Du ein paar richtige Schätze.

    Damit Du lange Freude an Deinen neuen Errungenschaften hast, solltest Du bei Deinen Einkäufen auf langlebige Produkte achten. Wie wäre es beispielsweise mit ein paar warmen, gemütlichen Filzpantoffeln für die kühlen Herbsttage? Umweltfreundliche, regenerierende Materialien wie Filz und Kork sind nicht nur angenehm zu tragen, sondern auch nachhaltig und sehr robust. So kannst Du Deine Lieblingsstücke lange genießen und tust zugleich etwas Gutes für die Umwelt.

    Übrigens: Schuhe kaufen selbst treue Second-Hand-Fans lieber neu. Jeder Fuß ist anders und sollte für die persönliche Fußform eingelaufen werden. Und ganz ehrlich, möchtest Du gerne barfuß in fremde Hausschuhe schlüpfen?

    Wie man die Eingewöhnungsphase von Fuß und Schuh möglichst bequem gestaltet, erfährst Du in unserem Artikel „6 Tricks, die dabei helfen neue Schuhe schnell und bequem einzulaufen“
  1. In die Pedale treten – Öfter das Rad benutzen
    Fährst Du täglich mit dem Auto zur Arbeit? Dann solltest Du die vier Räder öfter gegen zwei eintauschen. So trägst Du dazu bei, dass nicht noch mehr schädliche Abgase in die Luft gelangen. Falls der Weg für eine morgendliche Fahrradrunde zu weit ist, kannst Du alternativ auf öffentliche Verkehrsmittel wie die Bahn umsteigen. So gewinnst Du ganz nebenbei ein paar Extraminuten, um gemütlich die Zeitung zu lesen.

    Übrigens: Falls Dir auch die Zeit für ausgiebige Trainingseinheiten im Fitnessstudio fehlt, ist das Fahrrad eine tolle Alternative, um Deinen Körper fit und gesund zu halten.

    Wenn Du nicht auf den Pkw verzichten kannst oder möchtest, sind vielleicht Fahrgemeinschaften eine gute Lösung für Dich. Das gemeinsame Autofahren entlastet die Umwelt und erleichtert gleichzeitig das Knüpfen neuer Kontakte.
  1. Gut getrennt – Recycling
    Es klingt banal, aber auch die richtige Abfallentsorgung hilft dabei, Deinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Hier ein Joghurtbecher, da eine Plastiktüte, wir produzieren regelrechte Müllberge. Durch Recycling kann ein Großteil dieser Verpackungsmaterialien wiederverwendet werden. 

    Die größte Ressourcen-Menge sparst Du natürlich, wenn Du versuchst den Müll insgesamt etwas zu reduzieren und auf die Plastiktüte am Obststand verzichtest. Wie wäre es mit einem Zero-Waste-Projekt?

    Darüber hinaus solltest Du darauf achten, dass Du möglichst viele Recyclingprodukte in Deinen Alltag integrierst. Ob Toilettenpapier, Taschentücher oder Druckerpapier, hier empfiehlt es sich auf die umweltfreundlichen Varianten zurückzugreifen.

Jeder ökologische Fußabdruck ist anders

Auch wenn der ökologische Fußabdruck weltweit auf alle Menschen anwendbar ist, so hinterlässt jeder von uns doch ganz eigene Spuren. Unsere Ernährung, die Art, wie wir uns bewegen, wo wir leben oder was wir tun, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Hast Du Dich schon einmal gefragt, mit welcher Fläche Dein Lebensstil zu Buche schlägt? Nur wenn wir unseren persönlichen ökologischen Fußabdruck kennen, können wir anfangen, nachhaltiger und umweltbewusster zu leben. Und hast Du den Test schon gemacht? Wenn nicht, dann solltest Du das am besten jetzt nachholen.

 

Coverbild von Pixabay

 

Hannah Doths, Redakteurin bei Inara schreibt

Über die Redaktion

Hannah Doths ist Onlineredakteurin bei Inara schreibt. Texte mit Aussagekraft sind ihr Spezialgebiet. Mit Adleraugen macht sie jeden noch so kleinen Fehler ausfindig und garantiert Qualität mit einem einzigartigen Twist.