September 18, 2019 6 Minuten Lesezeit

Das bunt verfärbte Laub fällt von den Bäumen, die Tage werden trüber und die Nächte kühler. Der frische Herbstwind weht Dir um die Nase und ab und zu kämpfen sich die wärmenden Sonnenstrahlen durch die dicke Wolkendecke. Die Sandaletten kehren nun in den Schuhschrank zurück und warten auf ihr Comeback im nächsten Sommer. Stattdessen greifen die meisten von uns zu Schuhen mit Thermosohlen, denn jetzt beginnt sie wieder, die kalte Füße-Saison.

„Ich föhne meine Füße an einem Renntag öfter trocken und warm.“ Das sagte einst die zweifache Ski-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch in einem Interview mit dem Kölner Express. Das ist auf jeden Fall eine kreative Idee, um kalten Füßen den Kampf anzusagen, aber was hilft, wenn Du gerade keinen Föhn zur Hand hast? Wir haben die Antwort. Erfahre, was die Ursachen kalter Füße sein kann, was sie begünstigt und was Du gegen sie tun kannst.

Kalte Füße – Ein reines Frauenproblem?

Perfekt für kalte Füße modische Socken - BOnovaKein Mythos – Frauen haben öfter kalte Füße als Männer

Ist es ein Mythos, dass vor allem Frauen im Herbst und Winter mit kalten Füßen kämpfen? Nein, es stimmt. Natürlich bekommen auch Männer hin und wieder kalte Füße, aber es liegt in der Natur des Menschen, dass Frauen schneller dazu neigen.

Übrigens: Hast Du gewusst, dass die Redewendung kalte Füße bekommen seine Wurzeln im Glücksspiel hat? Früher war das Kartenspielen um Geld verboten, sodass man sich häufig in dunklen, kalten Kellern zusammensetzte. Hatte ein Spieler das Glück nicht auf seiner Seite, so verabschiedete sich dieser in der Regel mit den Worten „Ich habe so kalte Füße, ich gehe jetzt lieber“. 

Damit unser Körper Wärme produzieren kann, benötigt er Energie und diese entsteht wiederum durch Muskelarbeit. Hier haben Männer eindeutig die Nase vorn, denn der männliche Körper besteht zu etwa 38 Prozent aus Muskeln. Beim weiblichen Geschlecht sind es hingegen nur 31 Prozent. Wir Frauen müssen uns somit mehr anstrengen, um unseren Körper warmzuhalten.

Als wäre das nicht schon Arbeit genug, hat die Damenwelt noch einen weiteren natürlichen Nachteil auszugleichen. Männer wiegen durchschnittlich 20 Prozent mehr als Frauen. Und genau diese Gewichtsdifferenz sorgt dafür, dass sie die produzierte Wärme besser halten können.

Not macht bekanntlich erfinderisch und deshalb hat der weibliche Körper eine clevere Taktik entwickelt, um damit leben zu können. Er konzentriert sich auf das Herzstück, den Oberkörper, und versorgt ihn mit ausreichend Wärme. Die restlichen Körperteile ziehen dabei leider den Kürzeren. Es kommt zu kalten Füßen und Händen.

Übrigens: Frauenfüße können bis auf 8 Grad abkühlen. Wen wundert es da noch, dass wir an kühlen Tagen so gerne zu unseren gemütlichen Wollsocken greifen?

Es wird frostig – Kalte Füße haben viele Gründe

„Im Herbst und im Winter habe ich immer kalte Füße.“ Für die meisten von uns gehören sie längst zu den kühleren Jahreszeiten dazu. Deshalb leben wir ganz selbstverständlich mit kalten Füßen, ohne deren Ursache zu hinterfragen. In den meisten Fällen ist dies auch unnötig, denn neben einer gewissen Veranlagung sind die Gründe für eisige Treter in der Regel völlig harmlos. Kommen weitere Beschwerden hinzu, könnte auch eine medizinische Ursache wie Durchblutungsstörungen oder Nervenleiden dahinter stecken. Die wichtigsten wollen wir an dieser Stelle kurz vorstellen.

„Im Herbst und im Winter habe ich immer kalte Füße.“

Niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Eine Hypotonie gehört zu den harmloseren Ursachen kalter Füße. Häufig leiden junge, schlanke Frauen, aber auch ältere Menschen unter einem zu niedrigen Blutdruck. Vielleicht kennst Du das selber auch? Wenn der Blutdruck nicht richtig mitspielt, dann brechen für Hände und Füße schnell eisige Zeiten an.

Magnesiummangel

Was hat Magnesium mit kalten Füßen und Händen zu tun? Ein Mangel des Mineralstoffes kann Durchblutungsstörungen verursachen und führt dadurch wiederum zu frostigen Gliedmaßen.

Arteriosklerose und Schaufensterkrankheit

Dauerhaft kalte Füße, Schwindel oder ein Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen: Das könnten Anzeichen einer Arteriosklerose sein. Hierbei handelt es sich um eine chronische Gefäßerkrankung, bei der es zu Ablagerungen in den Blutgefäßen kommt. Infolgedessen verengen sich die Arterien und das Blut fließt nicht mehr optimal durch unsere Adern.

Sind besonders die Beine von der Verkalkung betroffen, wird meist der Begriff periphere arterielle Verschlusskrankheit (paVK) verwendet. In diesem Fall treten neben kalten Füßen Bewegungsschmerzen auf. Bereits beim Laufen kurzer Strecken haben Betroffene Beschwerden, die sich aber im Stehen sofort verbessern. Es hat sich umgangssprachlich daher die Bezeichnung Schaufensterkrankheit durchgesetzt.

Diabetes Mellitus

Kalte Füße können auch in Folge einer Diabeteserkrankung auftreten, denn falsch eingestellte Zuckerwerte führen auf Dauer zu Schädigungen der Nerven. Da diese maßgeblich daran beteiligt sind, den Blutfluss zu steuern, kann eine Beeinträchtigung der Nerven zu einer ernsten Durchblutungsstörung führen. Diabetiker sollten daher regelmäßig ihre Blutwerte und Beine kontrollieren lassen.

Schluss mit kalten Füßen – 6 Ideen zum Aufwärmen

Warmes Bad gegen kalte Füße – BonovaDas Ende kalter Füße – Warme Bäder helfen beim Auftauen

Kalte Füße sind nicht nur unangenehm, sondern sie machen uns auch anfällig für Erkältungen. Schnupfnase, Husten und Halsschmerzen, darauf verzichten wir gerne. Deshalb solltest Du versuchen, Deine Füße warm und gesund zu halten. Wir haben 6 Tipps für Dich, damit Dir das selbst bei Schnee und Eis gelingt.

  1. Wollsocken und warme Pantoffeln
    Sie sind das Traumpaar für eisige Wintertage: Wollsocken und Pantoffeln. Nach einem Spaziergang im Freien oder einem stressigen Bürotag in luftigen Nylonsöckchen greifen wir nur allzu gerne zu kuscheligen Wollsocken. Und dann heißt es wieder rein in die warmen Pantoffeln. Da haben kalte Füße keine Chance mehr.

    Übrigens: Die guten, alten Pantoffeln sind längst keine grauen, eintönigen Schlappen mehr. Es gibt sie mittlerweile in vielen trendigen Farben und mit modischen Glitzerhighlights. Dadurch sorgen sie nicht nur für angenehme Wärme, sondern bringen auch etwas Glamour in den grauen Winteralltag.

  2. Körnerkissen und Wärmflasche
    Sind Deine Füße so richtig durchgefroren, leisten Körnerkissen und Wärmflasche zuverlässig Erste Hilfe. Wie wäre es mit einer kleinen Auszeit vom Alltagsstress? Koch Dir einen leckeren Tee, hol Deine kuschelige Decke heraus, lege Dich bequem auf Dein Sofa und mach es Dir mit Deinem Körnerkissen unter den Füßen ein paar Minuten gemütlich. Kommt das Leben zurück in Deine Zehenspitzen? Dann solltest Du schnell zurück in Deine Hausschuhe schlüpfen.

  3. Massagen
    Massagen entspannen, aber sie regen besonders die Durchblutung an. Wer dauerhaft unter kalten Füßen leidet, sollte sich regelmäßig eine Fußmassage gönnen. Wie wäre es mit einer Reflexzonenmassage? Wer nicht die notwendige Zeit hat, dafür einen Wellnesstempel zu besuchen, kann die Fußmassage auch einfach selber machen. Am besten eignen sich Igelbälle. Lege den Ball unter Deine Füße und rolle nun langsam von der Ferse zu den Zehen. So regst Du die Durchblutung an und sorgst für mehr Wärme in Deinen Füßen.

    Tipp: Deine Füße werden nicht nur an kalten Tagen gerne mit einer Massage verwöhnt. Damit sie gesund bleiben, brauchen sie regelmäßig eine Verschnaufpause. In unserem Artikel „Mit schönen und gesunden Füßen durch den Sommer“ erfährst Du, womit Du Deinen Füßen etwas Gutes tust – das ganze Jahr über.

  4. Fußbäder
    Gibt es etwas Schöneres, als die eisigen Treter in eine Schüssel mit warmem Wasser einzutauchen? Fußbäder sorgen nicht nur dafür, dass kalte Füße wieder auftauen, sondern fördern auch die Durchblutung. Wie wäre es beispielsweise mit einem anregenden Zitronen-Salz-Senfmehl-Fußbad?

  5. Regelmäßiger Sport
    Auch wenn wir uns in der kalten Jahreszeit tendenziell eine gemütliche Auszeit auf dem Sofa wünschen, so sollten wir die Wolldecke gelegentlich weglegen und den inneren Schweinehund überwinden. Regelmäßiger Sport stärkt nicht nur den Körper und hält gesund, sondern beugt auch Durchblutungsstörungen vor.

    Übrigens: Warum kombinierst Du Deine Trainingseinheit nicht mit einem Besuch in der Sauna. So kannst Du den Stoffwechsel zusätzlich anregen und gleichzeitig wunderbar entspannen. Und in der Sauna werden selbst die eisigsten die Füße warm.

  6. Scharfe Speisen – Chili, Ingwer & Co.
    Und nun kommt die gute Nachricht für alle, die nach Feierabend gerne auf Sport verzichten und lieber ein paar Minuten die Beine hochlegen. Ein feuriges Chili oder das Lieblingsessen vom Asiaten um die Ecke regen die Durchblutung an und wärmen von innen. Also lass Deinen Tag mit einem leckeren, scharfen Essen ausklingen und genieße die kuschelige Wärme, die zurück in Deine Füße strömt.

Kalte Füße – Alltag an kühlen Tagen

Kalte Füße sind nicht angenehm, aber leider gehören sie gerade an kühleren Tagen für viele von uns zum Alltag. Wenn es draußen stürmt, regnet oder schneit, brechen für unsere Gliedmaßen schnell frostige Zeiten an.

Sicherlich würden sich nicht nur unsere Füße über ein paar wärmende Sonnenstrahlen freuen, aber das Wetter liegt leider nicht in unserer Hand. Sicher können Dir unsere Tipps dabei helfen, den eisigen Temperaturen zu trotzen und Deine Füße schneller wieder warm zu bekommen. Probier es einfach aus. Die kalten Tage stehen schon vor der Tür. 

 



Inara schreibt
Über die Redaktion
Hannah Doths ist Onlineredakteurin bei Inara schreibt. Texte mit Aussagekraft sind ihr Spezialgebiet. Mit Adleraugen macht sie jeden noch so kleinen Fehler ausfindig und garantiert Qualität mit einem einzigartigen Twist.